Zisternen für Tansania

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Sauberes Trinkwasser gilt hierzulande als selbstverständlich, andernorts sieht das anders aus: Etwa 800 Millionen Menschen in weiten Teilen Afrikas und anderen Drittweltregionen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Folgen sind Krankheiten und Epidemien sowie Todesfälle aufgrund verunreinigten Wassers. Um dort Entwicklungshilfe zu leisten, machen sich deutsche „Ingenieure ohne Grenzen“ im Ausland daran, die nötigen Anlagen zu bauen und bereitzustellen.

Karagwe, Region Kagera – Tansania / Copyright: Ingenieure ohne Grenzen e.V.
Seit 2003 schickt die Organisation (3.700 Mitglieder) seine knapp 70 Spezialisten in die ärmsten Regionen der Welt, um die Trinkwasserversorgung zu gewährleisten und andere Nachhaltigkeitsprojekte voranzutreiben. Kürzlich hat sich eine Delegation in Tansania eingefunden. Diese baut Zisternen, um Regenwasser und Wasser aus der kommunalen Versorgung zu speichern und zu reinigen. Doch durch den Mangel an Expertise vor Ort, Budget- und Chemikalien-Knappheit, kann das Trinkwasser nicht konventionell gereinigt werden.

Sonne statt Chemikalien

Zur nachhaltigen Aufbereitung nutzt man stattdessen Sonnenenergie – in Afrika scheint die gelbe Kraftzelle schließlich oft und stark. Dabei setzt die UV-Strahlung einen einfachen chemischen Prozess in Bewegung: Wasser und Sauerstoff werden zu sogenannten „kurzlebigen Radikale“. Diese greifen Bakterien und weitere Verunreinigungen an, zudem zersetzen die Radikale organische Verbindungen. Im tansanischen Mtwara steht die erste Zisterne dieser Art. Sie versorgt ein ganzes Studentenwohnheim mit trinkbarem Wasser.

Ein weiteres spannendes der etwa 35 laufenden Projekte von „Ingenieure ohne Grenzen“ setzt sich mit der Errichtung von Kleinstbiogasanlagen in Tansania auseinander. Dadurch können die Einheimischen Gas zum Kochen gewinnen, anstelle von Holz sollen Kuhdung und pflanzliche Reststoffe – beispielsweise Kochbananen – genutzt werden.

Nachhaltiges Training

Um diese Techniken langfristig in Tansania umzusetzen, bieten die „Ingenieure ohne Grenzen“ umfassende Hilfestellung beim Bau von Zisternen, Solarwasserpumpen und anderer Anlagen. So werden die tansanischen Techniker fortgebildet und mit der Technik vertraut gemacht, damit weitere Systeme eigenständig errichtet und gewartet werden können. Die Expertise ist dabei größtenteils schon vorhanden, allerdings fehlt es oftmals an der richtigen Motivation. Diese wollen die deutschen Ingenieure vor allem liefern. Gleichermaßen wird den Anwohnern der Umgang mit den Systemen beigebracht, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Für mehr Informationen zu den Projekten von „Ingenieure ohne Grenzen“ folgen Sie diesem Link: https://www.ingenieure-ohne-grenzen.org/de

Region Kagera – Tansania / Copyright: Ingenieure ohne Grenzen e.V.

Region Kagera – Tansania / Copyright: Ingenieure ohne Grenzen e.V.