Der G20-Gipfel in Hamburg

//Der G20-Gipfel in Hamburg

Erklärung und Verbindung zu Tansania

Part 1: G20 – Was ist das eigentlich?

Oftmals abgetan als irgendein Treffen, bei dem irgendwelche Politiker zusammenkommen und irgendetwas besprechen. Doch was genau dahintersteckt, weiß kaum jemand.

Die Worte G20 und G20-Gipfel hat bestimmt jeder schon einmal gehört und ordnet diese korrekt im Bereich Politik ein. Aktuell ist der G20-Gipfel in aller Munde – vor allem natürlich in Deutschland und ganz besonders in Hamburg. Schließlich hat Deutschland für den diesjährigen Gipfel die Schirmherrschaft übernommen und Hamburg als Austragungsort auserkoren. Zwischen den vielen Berichterstattungen um die Proteste bezüglich des G20 und der daraus resultierenden Anwesenheit von umstrittenen Staatsoberhäuptern wie Donald Trump oder Wladimir Putin, geht schnell unter, wieso der G20-Gipfel überhaupt stattfindet und was er bewirken soll.

Was ist G20?

G20 ist die Abkürzung für „Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer“. Darunter befinden sich beispielsweise einflussreiche Länder wie die USA, Russland, China und Deutschland. Gemeinsam vertreten diese Staaten direkt und indirekt zwei Drittel der Weltbevölkerung, erwirtschaften rund 90 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) und bestreiten 80 Prozent des Welthandels.
Der Schirmherr des G20-Gipfels entscheidet, welche Themen im Rahmen des Zusammentreffens behandelt werden. In diesem Jahr sind es die folgenden drei Themensäulen:

Stabilität sichern, Zukunftsfähigkeit verbessern, Verantwortung übernehmen

Die erste Themensäule „Stabilität sichern“ setzt sich mit der Weltwirtschaft, dem Finanzsystem und fairem, freien Welthandel zusammen. Die zweite Säule „Zukunftsfähigkeit verbessern“ behandelt Themen wie Energie und Klima, Digitalisierung, Gesundheit und Gleichberechtigung. „Verantwortung übernehmen“ thematisiert Flucht, Migration, Korruption und Terrorismus.
Diese Punkte werden gemeinsam abgearbeitet und die Lösungen schließlich in einem sogenannten Communiqué zusammengefasst. Dieses Communiqué beinhaltet dann die Zukunftsvision der G20-Nationen bis 2030.

In der Themensäule drei „Verantwortung übernehmen“ steht Afrika klar im Fokus. Zwar ist Südafrika als einziges Land tatsächlich beim G20-Gipfel vertreten, mit Hilfe der G20-Afrika-Initiative „Compact with Africa“ möchte die Bundesregierung in ganz Afrika die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern. Deshalb fand bereits vorab am 12. und 13. Juni 2017 eine G20-Afrika-Konferenz in Berlin statt, auf der Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: „Wir wollen unterstützen bei der regionalen Integration der Märkte, um auch den Technologie und Wissenstransfer zu stärken. Und wir wollen auch die Handelsströme zwischen Europa und den afrikanischen Ländern so ausrichten, dass dies wirklich zum Vorteil aller ist.“ Dies schließt auch die Länder ein, die nicht zu den zwanzig einflussreichsten der Welt gehören, somit auch Tansania…

Part 2: Was ist mit Tansania?

Wenn sich beim G20-Gipfel die Staats- und Regierungschefs der zwanzig größten und einflussreichsten Nationen treffen, um Ziele für die Zukunft zu beschließen, kommt eine Frage auf: Was passiert mit den Länder, die bei diesem Treffen nicht geladen sind?

Eines der Länder, das nicht beim G20-Gipfel mit dabei sein wird, ist Tansania. Mit circa 49,3 Millionen Einwohnern ist Tansania immerhin das sechsgrößte Land Afrikas – wenn sich die mächtigsten Staaten gemeinsam treffen um wichtige Entscheidungen bezüglich der Zukunft aller Nationen zu treffen, wird Tansania dennoch „nur“ Zuschauer sein. Doch werden bei einem G20-Gipfel wirklich alle Länder berücksichtigt? Bedeutet dies nicht, dass die großen Staaten sich gegenseitig noch mehr Macht zuspielen, um weiterhin zu den bedeutendsten Nationen zu gehören?

Durch die Themensäule „Verantwortung übernehmen“ und die damit verbundene G20-Afrika-Konferenz werden zumindest die Afrikanischen Länder näher in den Prozess G20 integriert. Zentrales Thema der G20-Afrikainitiative „Compact with Africa“ war die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen. Mittels einer Investitionsvereinbarung haben sich bisher Tunesien, Marokko, Senegal, die Elfenbeinküste und Ruanda zu einer Verbesserung verpflichtet. Ghana und Äthiopien kommen nun dazu. Das Ziel der Investitionen ist der Ausbau von erneuerbaren Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Entwicklung des Finanz- und Banksektors. Heißt: Investoren sollen so einen leichteren Zugang zu Krediten für kleinere und mittlere Unternehmen bekommen, damit neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen. Insbesondere auch in Hinblick auf die Jugend und die Flüchtlingskrise. „Wenn es in Afrika zu viel Hoffnungslosigkeit gibt, dann gibt es natürlich junge Menschen, die sagen, wir müssen uns woanders auf der Welt ein Leben suchen“, sagte Merkel. Was genau mit den anderen Afrikanischen Ländern ist, wird offengelassen.

Grundsätzlich wird unter anderem auch von der Deutschen Regierung stets betont, dass es bei G20 darum geht für alle(!) Länder die beste Lösung zu finden. Wie genau dies dann in der Realität aussehen wird, ist unklar. Und ob tatsächlich Länder wie Tansania bei G20 Berücksichtigung finden ebenfalls. Die Frage bleibt also stehen: Was ist mit Tansania?