OCULAR – Projektwoche fördert Verständnis für andere Kulturen

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Garbsen-Mitte. Was bedeutet Kultur? Was fordern wir eigentlich, wenn wir eine gelungene Integration wollen? Oder wollen wir nicht eigentlich Assimilation? Mit diesen und anderen Fragen haben sich rund 20 Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs der IGS Garbsen im Rahmen ihrer Projektwoche beschäftigt. Die Bildungsstiftung „Kipaji Educational Development“ erarbeitete in dem fünftägigen interaktiven Workshop gemeinsam mit den Schülern ihre ganz eigene Betrachtungsweise heraus.
OCULAR Workshop IGS Garbsen (Melissa (16) füllt den Kulturbaum aus, der die verschiedenen Aspekte der Gruppenkultur der Schüler visualisiert)
Unter dem Motto „Our Cultures: Understand. Live. Act. Respect“ (OCULAR) ging es vor allem darum, was Kultur im privaten und gesellschaftlichen Kontext überhaupt bedeutet. „Kultur setzt sich aus mehr als nur länder- oder religionsspezifischen Aspekten zusammen, auch viele persönliche Perspektiven und Erlebnissen spielen eine Rolle“, erklärt Kipaji Trainerin Desirée Haas das Konzept hinter der Projektwoche. Gerade bei komplexen Themen wie der eigenen Kultur sei es daher wichtig, diese erlebbar zu machen und sich nicht rein durch Definitionen an das Thema anzunähern: „Deshalb haben wir im Rahmen der Projektwoche in Simulationen und Gruppenarbeiten das individuelle Kulturverständnis und die Sichtweisen auf gesellschaftliche Themen herausgearbeitet.“ Über die neuen Ideen zur Unterrichtsgestaltung zeigte sich auch Lehrerin Jutta Lübbehüsen erfreut: „Einige methodische Aspekte waren ebenso für mich von Interesse, um diese auch in meinen Unterricht einfließen zu lassen.“

So hieß es also für die Schüler, sich unter der Anleitung der Kipaji Trainerin selber mit dem Thema auseinanderzusetzen, anstatt Vorträge oder wissenschaftliche Artikel zu lesen. In Rollenspielen mussten die Jugendlichen beispielsweise verschiedene Lebensvorstellungen repräsentieren, die sie in eine neue Fantasie Gesellschaft mit einbringen sollten – und dabei möglichst allen Anforderungen der vertretenen Stämme gerecht werden. Anschließend wurde die Übung reflektiert und auch auf das eigene Umfeld bezogen: Wie habe ich mich gefühlt, wenn meine Forderungen nicht genug Beachtung gefunden haben? Wie gut klappt das miteinander in Garbsen? Auch andere politische Themen wie die Wahlen in den USA, die Flüchtlingskrise und das Burka Verbot wurden in Diskussionen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

„Ich finde es gut, dass wir uns im Rahmen der Projektwoche Zeit dafür genommen haben, aktiv über Kultur, aktuelle politische Probleme und uns selbst nachzudenken“, findet die 16-jährige Romina. „Die Diskussionen zu politischen Themen mit meinen Mitschülern haben mir Anlass dazu gegeben, neue Standpunkte und Sichtweisen zu entwickeln.“ Die Organisatoren hoffen nun, das Konzept auch an anderen Schulen umsetzen zu können. „Bedarf gäbe es da genug, das Thema Kultur differenziert zu betrachten“, findet Trainerin Haas. Wer Interesse hat, das OCULAR Projekt ebenfalls an seiner Schule, im Unternehmen oder im Verein durchzuführen, kann sich unter info@kipaji.org an das Stiftungs-Team wenden.